Eine Liebeserklärung an den Falkensteiner Vorwald

 

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Jeden Tag gehe ich in den Wald. Er zieht mich magisch an. Schon als Kind habe ich am liebsten immer nur dort  gespielt.

Beim gehen bemerke ich wie der kleine Lärm der weiter entfernten Straße immer leiser wird, jetzt kann ich Abschalten und Auftanken, der Puls wird ruhiger, ich fühle mich sofort erfrischter und belebter. Für mich ist der Wald ein Kraftort. 

Die unglaubliche Vielfalt, die sich erst beim genaueren Betrachten erschließt, berührt mich Tag für Tag immer wieder aufs Neue. 

Sattes Grün umgibt mich, meine Lungen atmen durch.

Ich nehme die Schönheit der Pflanzen, Tiere und Bäume und das himmlische Schauspiel des Lichtes wahr. Das Blätterrauschen klingt sanft in meinen Ohren und lausche der Zwiesprache der Vögel mit ihren Pfeifkonzerten. Morgendlicher feiner Dunst und Nebel durchziehen das Gehölz. Angenehme Kühle breitet sich aus.

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Es bewegt mich, wie die Baumriesen Buchen, Birken, Tannen, Föhren und Lärchen, sich harmonisch aneinanderreihen, in friedlicher Kooperation, manchmal sich anschmiegend wie ein altes Ehepaar. Der Wind spielt mit den Blättern der mystischen uralten Baumgestalten sein Spiel. Eine von Menschenhand berührte Wildnis, die Schönheit eines Hochwaldes. Es erscheint mir für mich alles leichter. Ich gehe beschwingt über geschlängelte kleine und große Pfade mit einem wunderbaren rotrosa gefärbten abgestorbenen Blättergrund. Kleine Wasserläufe und Wasserfälle begleiten meine Ruten. Ich pflücke die Früchte des Waldes. Ruhe und und wohltuende Stille breitet sich bei mir aus. Alle meine Sinne sind aktiv. Ich atme den Duft des Waldes genussvoll ein. 

Die teilweise zerklüfteten Felsmassive, oft auch aufeinander getürmt, wirken auf mich Sakral in ihrem Dämmerzustand und ihrer kraftstrotzenden Authentizität. Immer wieder muss ich sie betrachten und jedesmal bin ich wieder und wieder tief beeindruckt von der wilden Schönheit.

Ich genieße die Atemberaubenden Aussichten, höre das Summen der wilden Bienen, den Falkenflug über den Baumwipfeln, das Bellen eines Rehs, nicht definierbare Geräusche tauchen auf, ein Dachs wechselt den Weg. Aus den Augenwinkeln nehme ich etwas vorbei huschendes war. Aber es macht mir keine Angst. Ich fühle mich eins in einem Kosmos, fühle mich aufgehoben, wertgeschätzt, als Teil eines Ganzen.

Aber irgendwann geht es wieder Nachhause.

Trete ich aus dem Wald heraus, ist die Magie vorbei. Das leise rollen der der Autoräder auf der Straße umfängt mich wieder und ich gehe meiner Arbeit nach….IMG_8466

Bei den alten Griechen galten die Bäume als heilig und wurden daher verehrt. Gottheiten wie Zeus wurden der Eiche oder zBs. die Athene der Fichte geweiht

 

Zu Abschluss noch ein Gedicht von Erich Kästner:

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei Ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

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